Ein herzhaftes Servus aus der Metropole in die Metropole!
Heute hat sich wieder einmal bewiesen, dass der argentinische Kater mindestens genauso schonungslos ist wie der deutsche. Auch ohne Fernet Branca Genuss…
Ich bin jetzt morgen seit vier Wochen hier und habe endlich das Gefühl wirklich angekommen zu sein und hier zu leben! Das liegt zum Einen daran, dass ich letzte Woche endlich eine äußerst preiswerte und schöne Wohnung im nach meiner Ansicht nettesten Stadtteil San Telmo gefunden habe (wo ich aber erst Mitte September einziehen kann) und damit eine große Sorge weniger habe. Andererseits bin ich diese Woche mehrmals durch die Straßen gezogen, habe das Nachtleben gefeiert und verstehe mich dadurch noch besser mit meinen Mitbewohnern im Hostel. Wie man weiß, fallen mit dem Alkoholgenuss ja so einige Schranken…als Folge habe ich mir natürlich auch mehrmals aus einem Wochentag einen Sonntag gemacht und es sehr ruhig angehen lassen. Aber das gehört dazu! Das Nachtleben geht hier schließlich erst deutlich später los und hört auch deutlich später auf. Normal ist so gegen 2 oder 3 sich langsam zu überlegen, ob man noch tanzen gehen will. Davor gehts nichts! Zurück ist man in der Regel gegen 7 oder 8 Uhr morgens. Letzten Sonntag bin ich entmüdet um halb 8 morgens nach Hause gefahren während meine anderen beiden Freunde noch zum “After” in den nächsten Club gezogen sind und so gegen halb 1 mittags zu Hause waren!
Da könnte schon der Eindruck entstehen, ich käme gar nicht zu dem, wozu ich ursprünglich hergekommen bin, zum Studieren…aber das täuscht natürlich…
Mehr als zwei Seminare sind hier auf Grund des vollkommen übertriebenen Lesestoffs utopisch und mehr als eine Hausarbeit werde ich wahrscheinlich auch nicht schaffen. Außerdem lerne ich jetzt Portugiesisch und Kurzfilme zu produzieren. Die Seminare fangen ebenfalls spät an und hören spät auf (Mittwochs von 19 bis 23 Uhr, das heißt zurück um ca. 12 uhr!). Das ist aber in Ordnung, da es hier auch für mich keinen Grund gibt früh aufzustehen. Der argentinische Student arbeitet überwiegend täglich und geht abends zur Uni. Fragt mich nicht, wie die zum Studieren kommen. Jedenfalls dauert das hier locker seine 7 bis 8 Jahre…
Buenos Aires ist ein Traum! Billig, voller Leben, schöne Bauten, ein unübertroffenes Nachtleben…was will man mehr?
Frauen? Die Argentinierinnnen sind überdurchschnittlich hübsch und bieten eine erstaunliche Varietät…was nicht bedeutet, dass sie mir die Bude einrennen, nur weil ich blond und Deutscher bin. Das ist hier durchaus keine Seltenheit und man muss sich, anders als in Mexiko, seinen Ruhm und Aufmerksamkeit erst erarbeiten. Aber das ist auch in Ordnung, erscheint mir auch alles ein bisschen realer…!
Alles in allem ist Buenos Aires wirklich eine schöne Stadt zum Leben. Man bekommt genug Lateinamerikanisches, wenn man möchte, kann aber auch, anders als in anderen lateinamerinischen Großstädten, “europäische” Werte erfahren, wie ein erstaunlich großes Interesse und Angebot an Kultur! Die Mischung machts in jeder Hinsicht…
Das solls fürs Erste gewesen sein!
Friede aus!