Die Nicotek hat ihre Zelte wieder am Nabel der Welt aufgeschlagen (“Hackescher Markt statt Broadway!”) Höchste Zeit, das erlebte in virtueller Auto-Gesprächstherapie zu verarbeiten. Hier ein erster Schritt. Ich fange an mit dem Ende:

Fear and Loathing in Coney Island

Spiel, Spaß, und Unterhaltung für die ganze Familie verspricht das Werbeplakat für Coney Island, quasi die Mutter aller Spreeparks. Der geneigte Besucher wird denn auch mit einer überzeugenden Mischung aus ranzigem Fett, unzähliger Stillgelegter “Attraktionen”, Hot Dog – Wettessmeisterschaften (66 für die Herren, 39 für die Damen), und klassischer politisch unkorrektester Unterhaltung (Freak Show; “Look at the two-headed kid!”, “VERY ‘special’ people!”) versorgt.

Zu letzterer Kategorie zählt auch folgender heiterer Zeitvertreib, den die einen oder anderen vielleicht aus Filmen oder Reisen kennen : It’s SHOOT THE FREAK!

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Die Idee ist so einfach wie genial: Man nehme drei Atzen, stelle sie vor eine Brache, installiere ein paar Paintball-Knarren und gebe einer der Atzen ein Mikrofon. Da erschallen dann so schöne Dinge wie “Are you ready to shoot the freak?”, “He runs around, and you shoot him”, oder “If I shoot the freak, I always have fun!”. Von solch gekonntem Marktschreiertum angelockt, kann man für 5 Dollar zehn Mal eine farbige Kugel auf einen Menschen feuern, der sich einige Meter entfernt wenig aufgeregt hin und her bewegt. Nach vorn gepeitscht wird man von Anfeuerungen: “Shoot that goddamn freak!”. Ist das Magazin leer, bekommt man sogar ein nettes Dankeschön: “Thank you for shooting the freak; he appreciates it!” Der aufgepumpte Typ mit seiner Freundin im Schlepptau und die fette Mittvierzigerin, die ich beim Schießen beobachten konnte (der Stand war gewöhnlich nicht gerade bevölkert), nahmen das ganze eher locker und unspektakulär. Willst du noch einen Burger, Schatz? Die ganze Schießerei macht doch mächtig hungrig?

Follies at Fleet Week

Noch spektakulärer war der Ausflug zur Fleet Week. Eine Woche lang lag auf der West Side ein Hubschrauberträger vor Anker, der mit Mann und Maus kostenlos besichtigt werden konnte: Waffen, Aufklärungstechnik, und Nutzfahrzeuge aller Art (Panzer, Amphibienfahrzeuge, Truppentransporter, etc.). Neben der Gelegenheit, in einem Abrahams Panzer zu sitzen (4 Besatzungsmitglieder auf 3 quadrat-cm; viele männliche Bewunderer nutzten die Gelegenheit später für das obligatorische Penis/Kanonenrohr-Wunschtraum-Foto), boten die tausenden handlichen Tötungsmaschinen einen nie versiegenden Quell der Freude.

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Dazu erklärten einem mehr oder weniger auskunftsfreudige Soldaten, wie diese Wunderwerke funktionieren. So erfuhren wir etwa, dass die Granate des Gewehres im mittleren Bild meinen Brustpanzer im unteren Bild vermutlich durchschlagen würde, obwohl sie je nach Distanz zum Ziel wohlmöglich nicht explodierte. Mein Outfit wiegt übrigens, wenn man Munition und Proviant für eine einwöchige Mission dazurechnet, stattliche 85 Kg. Dazu gab es schöne Sprüche. Im Eifer des Gefechts etwa passiere es mitunter, dass Soldaten sich am vom ständigen Feuern glühenden Lauf der Maschinengewehre die Hände verbrannten. Dies könne vorkommen “when you get really excited”.

Wir wollten so gerne noch auf’s Flugdeck zu den Hubschraubern, aber in unserem Eifer hatten wir die Zeit aus den Augen verloren und es war spät geworden. Beim nächsten Mal, liebe US Navy!!!

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4 Kommentare zu: Just another Freak in the Freak Kingdom…

  1. admin sagt:

    Die Nicothek ist wieder da.
    - Hurra!
    Und sie schreibt erneut.
    - Was uns sehr freut.
    Immer mit Katheter.
    - Hackepeter.

  2. Marshall BraveStar sagt:

    Die Sandalen zum Navy Outfit sind einfach unglaublich passend…

  3. Meulomator sagt:

    Ich kann mich mit etwas Verspätung nur anschließen: Dieses Foto hat alles! Ich hab mich immens weggeschmissen…

  4. Reobion sagt:

    Dem Gammler da in den Birkenstocks würde mal ein bisschen Navy ganz gut tun..

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