Da man bei einem Erasmus-Austausch ja allerhand über andere Länder und Kulturen lernt, will ich euch an meinem neuerworbenen Wissen teilhaben lassen.
Links seht ihr Arna (gesprochen “Achdna” oder so ähnlich) aus Reykjavik. Reykjavik hat etwas mehr als 100.000 Einwohner aber überraschenderweise mehrere Universitäten (Erstes Fettnäpfchen: “Dann studierst du bestimmt an der Universität Reykjavik, höhö”).
Traditionelles Gericht in Island ist der gegerillte Schafskopf, bei dem besonders die Zunge und die Augen ganz vorzüglich schmecken sollen. Ebenso traditionell hat jeder Isländer ein Gewehr um sich vor den wilden Tieren (Fuchs, Rentier, Islandpony) zu schützen. Wenn es einen wirklich kalten Winter gibt und das Meer zwischen Grönland und Island zufriert kann auch schon der ein oder andere Eisbär nach Island gelangen. Dieses Problem sollte allerdings mit der Klimaerwärmung behoben worden sein. Island hat kein eigenes Militär, allerdings waren bis vor kurzem amerikanische Soldaten auf Island stationiert. Die sind nun weg, jedoch nicht die Baracken, die dank der 110-Volt-Steckdosen relativ unbrauchbar sind. Was macht man also mit denen? Man vermietet sie als Studentenwohnungen, sollen die sich doch mit dem Problem rumschlagen, die sind doch kreativ.
Interessant für Datenschützer, aber auch für Ahnenforscher, die in jahrelanger Kleinstarbeit und unter Einsatz ihres Lebens ihren eigenen Stammbaum zusammengeforscht haben: In Island macht dies der Staat. Es gibt eine Website auf der alle Isländer samt ihrer Verwandschaftsbeziehungen bis ins frühe 19. Jahrhundert aufgelistet sind. Dies geschiet aber nicht (nur) weil es in Island Leute mit viel Zeit gibt und einen Staat, der genug Geld hat ihnen diese Zeit zu bezahlen, nein es hat auch rein praktische Gründe. Da in Island bekannterweise die Nachnamen nicht weitergegeben werden, sondern dem Namen des Vaters (in einigen emanzipierten Familien seit kurzem auch der Mutter) mit der Endung -sohn oder -tochter entsprechen (die Nicotek bspw. würde also Heinerson heißen) gibt es oftmals Probleme bei der genauen Verwandschaftsbestimmung. Wenn also junge Leute überlegen ob sie jemanden daten sollen wird kurzerhand die oben genannte Website befragt ob dieser jemand nicht zufällig ein Cousin oder ähnliches ist. Wie ihr seht sehr praktisch auch wenn in Island wohl alle mehr oder weniger miteinander verwandt sind. Allerdings ist nach Aussage von Arna ein Date mit dem man erst ab der 5. oder 6. Generation verwandt ist kein Problem.



wieder mal ein überzeugender Eintrag von einem unserer Auslandskorrespondenten, so stellt man sich das vor als Kosmoprolet in Berlin: voller Fakten, kleine Anekdoten, ein nettes Foto(obwohl hier kleine Abzüge hingenommen werden müssen, wurde doch die zurzeit favorisierte LW-Stellung nicht eingenommen), einfach insgesamt spannend geschrieben, überaschend inhaltsvoll und prächtig runtergebrochen, wie soll ich aufhören… ich bin begeistert und freue mich schon jetzt auf das nächste Land, möge es wieder eines sein, über welches ich noch rein gar nichts weiß!
dazu fällt mir auch noch ein:
Wie siehts denn aus mit der sächsischen Landeskunde Herr Pape?
klär uns auf über Sitten, Bräuche und Akzente, stilvolle Wörter, gutes Bier und schöne Frauen…
Ich kann mich Phill Hard nur anschliessen. Rundum ueberzeugender Beitrag, bei dem man zugleich lachen und was lernen kann…! WOW, was fuer ein Lob!
Ich fuehl mich zugleich unter Druck gesetzt ueber argentinische Braeuche aufzuklaeren. Wobei da vermutlich weniger Neues gibt als ueber Island…
Es gruesst Ulison (oder doch eher Ulrichson? eigentlich stark, oder?)
prächtiger eintrag! auf geheiß, werde ich weiter sächsische bräuche und gepflogenheiten studieren und beizeiten berichten…bin gerade aus wien zurückgekommen. die donaumetropole ist ebenfalls sehr zu empfehlen und immer eine reise wert! wien is leiwand!
besten grüße
peterson
Bitte bis nächste Woche alle ihre Namen korrigieren…war schon beim Einwohnermelde- ach nee, bürgeramt!
Heinrichson